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Der Kinderfuß

Fußprobleme bei Kindern

Über 98 % der Neugeborenen kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Aber nach einer Studie der Universität Münster tragen mehr als ein Drittel der Kinder im Vorschulalter zu kleine Schuhe. Damit sind Deformitäten vorprogrammiert und die ehemals gesunden Füße werden dadurch deformiert.

Liegt das Problem also in der Notwendigkeit des Schuhs?

Dazu macht Dr. Hans-Albert Limbrock, Facharzt für Orthopädie, eine interessante Feststel­lung: "Grundsätzlich benötigt der Fuß keinen Schuh. Wäre das anders, wären wir wie z.B. wie die Pferde mit Hufen auf die Welt gekommen. Aber unser Fuß kann mehr und sollte des­halb nicht in unpassenden Schuhen degenerieren. Der Schuh hat nur den Sinn, den Fuß vor Verletzungen zu schützen."

Die bereits angesprochene Studie der Universität Münster hat gezeigt, dass über 40 % aller Kinder in zu kleinen Schuhen laufen. Wobei mit "zu klein" nicht zu kurze sondern zu schmale Schuhe gemeint sind.

Wie aber stellen Sie die Paßgenauigkeit des Kinderschuhs fest?

Ein sich sehr bewährter Tipp zur Feststellung der Passgenauigkeit des Schuhes: Stellen Sie ihr Kind auf einen Karton, zeichnen Sie die Umrisse des Fußes auf den Karton, lassen sie vor den Zehen bitte einen Querfinger Platz und schneiden Sie dann diese Schablone aus und legen Sie diese in den vorhandenen oder zu erwerbenden Schuh. Sollte die Schablone nicht passen, ist der Schuh zu klein.

Die ersten Schuhe für das Kind kaufen sie bitte möglichst spät und zwar dann, wenn Sie das Kind außerhalb der Wohnung frei laufen lassen. Zurück in der Wohnung aber bitte sofort wieder die Schuhe ausziehen. Denn vergessen Sie nicht: Der Fuß ist ein wichtiges Sinnes­organ. Wir können mit den Füßen fühlen! Kinderfüße sind zunächst Greiforgane, erst später werden daraus Lauforgane mit leicht nach außen gerichteter Längsachse.

Das wird oft vergessen und wir erinnern uns erst daran, wenn wir wegen irgendwelcher Or­ganbeschwerden zur Fußreflexzonenmassage gehen oder wir bei der traditionellen chinesi­schen oder europäischen Medizin an den Füßen behandelt werden. Deshalb ist es so wichtig, die Kinder viel barfuss laufen zu lassen und nicht teure, so genannte propiozeptive Einlagen zu kaufen, die diesen Effekt künstlich nachholen sollen.

Können Kinderschuhe nachgetragen werden?

Grundsätzlich ja. Da ja in der Regel Ihr Kind die Schuhe nur eine Saison trägt - danach sind sie meistens zu klein - sind die Schuhe oft nicht „ausgelatscht“. Nur Schuhe mit deutlichen Gebrauchspuren, wie ausgeweitetes Obermaterial oder ungleichmäßig abgelaufenen Sohlen, sollten nicht nachgetragen werden. Eine Fußbettung im Kinderschuh ist nicht notwendig. Ebenso eine Einlagenversorgung bei gesunden Kinderfüßen.

Den gesamten Artikel von Dr. Hans-Albert Limbrock können sie hier runterladen oder be­suchen Sie seine Internetseite.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2010 um 02:38 Uhr.

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